Entscheiden in Organisationen

Sind sie genervt von den Entscheidungsprozessen in Ihrer Organisation? Fällt es Ihnen manchmal schwer, Entscheidung anderer zu verstehen? Werden Entscheidungen häufiger schleppend oder garnicht umgesetzt? Würde es Ihre Arbeit erleichtern, wenn die Entscheidungsprozesse in Ihrer Organisation optimiert würden?

Entscheiden in Organisationen treffen

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Richtig entscheiden!

Die Vielfalt, Entscheidungen zu treffen, beginnt bei der Entscheidung einer einzelnen Person. Alleine für sie gibt es reichlich Möglichkeiten, Entscheidungen vorzubereiten und zu fällen. Hilfreiche Wege zur Entscheidungsfindung findet man auf den Webseiten von impulse, der Karrierebibel oder dem Seminaranbieter Landsiedel. Dabei kann die Einzelperson ihre Entscheidungen sowohl für sich, als auch für ihre Organisationseinheit treffen.

Auf die Einzelentscheidung folgen Minderheitsentscheidungen und darauf die Mehrheitsentscheidung. Eine Variante der Mehrheitsentscheidung ist die einfache Mehrheit. Diese haben wir bei der Brexit-Wahl erlebt. Dort hat sich die Mehrheit (von 51,9%) für den Austritt aus der EU entschieden. Wir könnten heute den Eindruck gewinnen, als seien die Brieten eher unentschieden.
Schließlich können bei Entscheidungen alle Beteiligten einer Organisation einbezogen werden. Die maximalste Form der Beteiligung ist der Konsens. In ihm stimmen die Meinungen aller überein. Allerdings wird der Weg in den Konsens oft als sehr anstrengend erlebt. Interessanter Weise gibt es dennoch einen Trend in die Richtung Konsens. Darauf gehen wir unten bei den „Digitalen Entscheidungs-Tools“ weiter ein.

Mithin ist es für eine Organisation komplex, über die passende Art der Entscheidungsfindung zu entscheiden. Denn die passende Entscheidung hängt nicht nur von der Organisationsstruktur und dem Grad der Mitarbeitendenbeteiligung ab. Ebenso tragen die Art des Themas und die Kompetenzen der Beteiligten zur Komplexität bei. Somit ist es hilfreich, unterschiedliche Formen der Entscheidungsfindung zu nutzen.

Entscheidungen sicher treffen

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Wie können wir unter diesen Umständen als Führungskräfte oder Verantwortliche sicher stellen, dass „gute“ Entscheidungen getroffen werden? Ob eine Entscheidung wirklich gut ist, lässt sich oft erst lange Zeit nach dem Entscheiden sagen. Hier soll es darum gehen, dass eine Entscheidung ihre gewünscht Wirkung erzielt. Denn wir haben schon bei uns selbst als auch in Teams und Organisationen beoabachten können, dass Entscheidungen sich manchmal schwer tun, ins Leben zu finden. Dann wirken unbewusste Elemente, die so mächtig sind, dass sie Entscheidungen zu verhindern mögen. Aus unserer hypnosystemische Sichtweise heraus können wir diese Phänomene gut erklären. Allerdings nicht an dieser Stelle.

Wichtige Erfolgsfaktoren für wirkungsvolle Entscheidungen sind passende Rahmenbedingungen und ein gut strukturierter Entscheidungsprozess. Damit die Rahmenbedingungen Entscheidungen lebendig werden lassen, sind Beteiligung und Nachvollziehbarkeit zwei wesentliche Erfolgskomponenten. Schon die kleinste Stufe der Beteiligung, die Information, erhöht die Wahrscheinlichkeit der Umsetzung von Entscheidungen. Allerdings muss die Information gleichzeitig mit der Entscheidung „geliefert“ werden. Zusätzlich hilft die Nachvollziehbarkeit der Entscheidung den Weg ins Leben zu erleichtern. Dabei ist es wichtig, dass die Mitarbeitenden und die Betroffenen eine Entscheidung als dem gemeinsamen unternehmerischen Ziel dienend erkennen. In unseren Workshops gehen wir auch auf die Effekte von Offenheit und Sicherheit auf Entscheidungen ein.

Wie finden wir die zu uns passenden Entscheidungsformen?

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Ein wichtiges Element bei der Entscheidung über die Entscheidungsform ist der Grad der Partizipation. Also ist darüber zu verhandeln, wie groß die Beteiligung der Mitarbeitenden sein soll. Dafür ist das Spiel Delegation Poker, das es im englischen und deutschen Kartenset gibt, ein guter Einstig. Denn es lässt uns sieben Stufen der Beteiligung von Mitarbeitenden anhand konkreter Beispiele erleben.

Darüber hinaus sind für unterschiedliche Prozesse unterschiedliche Entscheidungsformen hilfreich. So werden Materialbestellung gewöhnlich anders entschieden, als die Einstellung von Mitarbeitenden.

Aus unserer Sicht hat es sich bewährt, die unterschiedlichen Formen einfach auszuprobieren. Das Internet verfügt über reichlich Informationen und Anleitungen. Damit können Sie selbgeleitet Arten der Entscheidung testen. Sollten Sie sich mit den Entscheidungsformen nicht so auskennt, ist eine Begleitung durch geübte Trainer oder Coaches hilfreich.

Ulrike Reimann und Marcus Rosik haben für kleine und mittlere Gruppen einen mit Kartenset unterstützen Entscheidungsprozess entwickelt. Er basiert auf der Entscheidungsmethode des Konsent. Das Kartenset macht den Prozess von Entscheidungen transparenter. Damit können Gruppen alleine oder moderiert und ihren strukturierten Entscheidungsprozesse durchlaufen.

Digitale Entscheidungs-Tools

Oben haben wir den Trend in Richtung Konsens beschrieben. Bekannt ist Ihnen dieser Trend vielleicht unter dem Begriff Empowerment. Damit übertragen Vorgesetzte mehr Entscheidungsbefugnisse an die Mitarbeitenden.

Entscheidungsformen in der Nähe des oben genannten Konsens sind der Konsent und das systemische Konsensieren. Der Konsent ist ein Element aus der Soziokratie. Er fragt nicht die Zustimmung sondern den Widerstand gegen eine Entscheidung ab. Grob gesprochen bedeutet „kein Widerstand“ die Annahme einer Entscheidung. Ähnlich funktioniert das systemische Konsensieren. In einer Gruppe werden gemeinsam Lösungen gesucht, die dann jedes einzelne Gruppenmitglied mit seinem persönlichen Widerstand belegt. Die Idee dahinter ist, dass die Lösungen mit dem geringsten Widerstand am stärksten umgesetzt werden. Für diese Art des Entscheidens ist eine digitale Assistenz sehr hilfreich. Das ist wohl ein Grund dafür, dass es mit Gruppenenscheidung, Concide und acceptify schon einige Apps für das systemische Konsensieren gibt.

Der nächste Schritt

Haben Sie Interesse an dem Thema Entscheiden in Organisationen gefunden? Wolle Sie gerne tiefer in die Thematik einsteigen? Sehen Sie in Ihrer Organisation Vorteile, anders zu entscheiden? Dann nehmen Sie gerne Kontakt zu uns auf. Wir freuen uns, Sie an der einen oder anderen Stelle zu begleiten.